Gründe gegen und für den Bau von drei Windrädern
auf der alten Deponie in Hüttenfeld

II. Gründe gegen den Bau der drei Windräder

1) Naturschutz

Zusammenfassung: Zu den Verhandlungen und Entscheidungen für den Bau der Windkraftanlage wurden auch die Naturschutzverbände nicht einbezogen. Und die Öffentlichkeit ist weiterhin auch im Genehmigungsverfahren ausgeschlossen. Mehrere örtliche Naturschutzexperten haben sich klar dagegen ausgesprochen, auf der Deponie Windkraftanlagen zu errichten. Im Deponiebereich gibt es viele geschützte Vögel. Bei den Fledermäusen ist das Waldgebiet mit dem angrenzenden Offenland eines der vier größten und wichtigsten Lebensbereiche in Hessen mit mehreren geschützten Fledermausarten. Wenn in diesem lebendigen Lebensbereich am Waldrand Windräder errichtet werden, ist mit nennenswerten Verlusten bei geschützten Tierarten zu rechnen.

Nicht nur die allgemeine Öffentlichkeit wurde bei dem großen Bauprojekt spärlich und spät informiert, mangelnde Einbindung in das Bauprojekt beklagen auch die Umweltschutz¬verbände. Auf der Ortsbeiratssitzung am 5.3.2013 teilten Vertreter von NABU und BUND mit, dass die Umweltverbände bisher noch gar nicht in die Projektberatungen mit einbezogen worden sind. Ihre Informationen stammen lediglich aus Zeitungsmeldungen. Ohne entsprechende naturschutzfachliche Vorprüfung wurden Gutachten in Auftrag gegeben und die Baupläne angefertigt. Inzwischen ist der Bauantrag gestellt worden. Hierbei hat der ZAKB einen genehmigungsrechtlichen Weg gewählt, bei dem die Umweltschutzverbände weiterhin ausgeschlossen bleiben. Darüber wird im folgenden Abschnitt berichtet. Eine Einbindung der Umweltschutzverbände bereits in die Vorplanung wäre aber prinzipiell erforderlich gewesen, um Fehlplanungen zu vermeiden und Kosten zu sparen. Ausgewiesene, mit den örtlichen Gegebenheiten gut vertraute Vogelschutz- und Fledermausexperten haben schriftlich geäußert, dass es wegen mehrerer gefährdeter Tierarten nicht zu verantworten sei, im Bereich der Deponie Windräder zu bauen.

Die Deponie befindet sich am Waldrand, und Waldränder sind immer mit Leben erfüllte Biotope. Erschwerend kommt hinzu, dass die Deponie sich an der Nahtstelle zwischen dem größten zusammenhängenden südhessischen Waldgebiet auf der einen Seite und einem großflächigen, kleinräumig strukturierten Offenland mit mehreren eingesprengten kleinen Biotopen - Kleinode ihrer Art - und der weitflächigen, als Naturschutzgebiet ausgewiesenen Weschnitzinsel auf der anderen Seite befindet. In einem Gutachten zum Entwurf des Landesentwicklungsplanes wird dieses Gebiet als eines der vier größten hessischen Lebensbereiche für streng geschützte Fledermausarten ausgewiesen. In Bezug auf Windkraft wird in dem Gutachten für Fledermäuse ein sehr hohes Konfliktpotential, d.h. die höchste Gefährdungsstufe, festgestellt. Außerdem leben dort nachweislich der weltweit stark gefährdete Rotmilan, sowie der Wanderfalke und der Wiedehopf.

Zwischen dem Wald und dem Offenland hat sich ein lebhafter Vogelflugbetrieb entwickelt, mit dem Deponieberg dazwischen. Die Vögel und die Fledermäuse nisten im Schutz des Waldes und suchen auf dem Offenland nach Nahrung. Es kommt zu einem ständigen Pendelflug.

Würden auf dem Deponieberg ein bis drei WKA errichtet, so würden diese wechselseitigen Lebensbereiche zerschnitten – es würde dort eine Todeszone errichtet, in dem Vögel und Fledermäuse beim Durchflug geschreddert werden. Wenn nun nach den Plänen der Stadt (auf Antrag von Hessen-Forst) auch noch im südlichen Staatswald auf einer Länge von 1 km ein breiter Streifen von Windrädern errichtet werden sollte, dann würde sich die Todeszone zu einem Todesstreifen verlängern. Es ist schon erstaunlich, dass diese weitgehenden Pläne ohne Rücksprache mit den Umweltverbänden vorangetrieben wurden.

Die im vergangenen Jahr errichtete Photovoltaikanlage hat auf dem Deponieberg bereits zu einer Beeinträchtigung der Fauna geführt.